Gasgrill statt Kinderschuhe 23. Juni 2009
Mein Mann und ich führten vor kurzem eine heiße Diskussion. Ich vertrat den Standpunkt, dass es für unsere Kinder ruhig einmal Markenschuhe sein dürfen, weil diese einfach länger halten und strapazierfähiger sind. Mein Mann war da völlig anderer Ansicht. Er dachte, dass billige Schuhe ihren Dienst ebenso tun, da man sie ohnehin bald wieder austauschen muss, weil sie zu klein werden. So zog sich das durch alle Bereiche. Als wir nun bei Nachbarn zum Grillen eingeladen wurden, erspähte er deren neuen Grill. Feuer und Flamme war er, und sein wichtigstes Argument, dass wir sparen müssten, war plötzlich vergessen. Er bestellte den Grill, ohne mich zu fragen und lud stolz die gesamten Freunde und Bekannten ein, um den neuen Gasgrill im Titanblock vorzuführen.
Obwohl ich vor Wut kochte, schwieg ich und machte ein freundliches Gesicht. Erst, als alle Gäste wieder zuhause waren, und wir gemeinsam die Teller wegräumten, konnte ich nicht mehr an mich halten. Ich erklärte ihm, dass mir der Grill durchaus gut gefällt und dass ich auch nichts dagegen habe, wenn er solche Dinge anschafft. Ich machte ihm klar, dass ich mir aber künftig das Recht herausnehmen würde, für mich und die Kinder ebenso einzukaufen, ohne ihn zu fragen. Wir gingen schweigend ins Bett.
Am nächsten Tag war der Frühstückstisch schon gedeckt, als ich aufstand. Die Kinder waren schon angezogen und saßen am Tisch. Noch überraschter als über diese Tatsache war ich über die Blumen auf dem Tisch. Mein Mann entschuldigte sich für sein Verhalten. Er hatte die Lage einfach falsch eingeschätzt und ihm war nicht bewusst, dass er mich nicht nur übergangen sondern auch sein Wohl über das der Kinder gestellt hatte. Wir redeten nach dem Frühstück nicht nur über dieses Thema, sondern auch über das sehr gelungene Grillfest mit dem neuen Gasgrill. Seither sprechen wir wieder normal miteinander, klären geplante Einkäufe miteinander ab und es gibt kaum noch Diskussionen. Und der neue Gasgrill ist einfach super.
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