Probleme schaffen, wo keine sind
16. Juni 2009

In meinem auserlesenen Kreis von Freundinnen bin ich etwas in Ungnade gefallen. Wir treffen uns seit vielen Jahren regelmäßig, früher zur Disco und zum Ausgehen, mittlerweile eher zum Kaffeeklatsch und um über unsere Kinder zu reden. Ich habe nicht mit der fassungslosen Reaktion gerechnet, als ich erzählte, dass mein Mann und ich planten, für unsere beiden Kinder Wasserbetten anzuschaffen. Plötzlich redeten alle durcheinander auf mich ein. Woher wir das viele Geld für solch überflüssigen Luxus hätten und dass das alles doch gar nicht sein müsste und so weiter. Außerdem müsste man ja in einigen Jahren dann schon wieder neue Betten anschaffen, denn wenn der erste Freund oder die erste Freundin übernachten, wäre ja ein Einzelbett viel zu klein und so ging es in einem fort.

Ich hörte mir das alles an, beinahe ohne zu reagieren. Danach erläuterte ich unsere Hintergedanken. Es wäre doch unverzeihlich, so erklärte ich, wenn man den Kindern nicht ermöglichen würde, gesund und richtig zu schlafen. Außerdem hatte ja nie jemand etwas von Einzelbetten gesagt. Und ob ich nun vernünftige andere Matratzen kaufe, oder ein Wasserbett Gestell mit 1,40 Meter Breite und natürlich die entsprechende Matratze, bleibt egal. Ich fand die Einmischung eigentlich unmöglich. Über den Ballettunterricht einer völlig unmusikalischen Tochter der einen Freundin hatte ich ja auch nicht gemeckert; ebenso habe ich nie ein Wort über den komplett übergewichtigen Sohn der anderen verloren. Mir geht die Gesundheit meiner Kinder einfach über alles, und wenn ich die Möglichkeit habe, entsprechend zu handeln, dann bespreche ich das bestenfalls mit meinem Mann, der mich aber eigentlich in allem unterstützt.

Hätten wir dann nicht endlich das Thema gewechselt, wäre wahrscheinlich ein größerer Streit entstanden. Wir ließen uns auf jeden Fall von den Unken nicht beirren und kauften die beiden Betten. Im Nachhinein sind keine Konsequenzen aus dieser Diskussion entstanden; die eine Freundin hatte sogar den Mut, sich zu entschuldigen für ihre Meckerei. Wir treffen uns nach wie vor regelmäßig und unsere Kinder verbringen viel Zeit miteinander. Wenn die kleinen Übernachtungsgäste unserer Kinder dann abgeholt werden, und ihren Eltern von den tollen Wasserbetten vorschwärmen, muss ich immer ein kleines Grinsen verstecken.

Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • del.icio.us
  • Webnews
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Facebook
  • Furl
  • Technorati
  • YahooMyWeb

Verwandte Artikel

 

 

Einen Kommentar schreiben